Koan 2.1

enter image description here

Ein etwas abstrakt poetisch daherkommender Text, der in der Ursprungsversion schon 2002 entstand, aber jetzt 2021 eine neue dritte Strophe und ein neues Instrumental bekam. Damals im Kraftstrom Studio von Michael Hanf (R.I.P.!) in Würzburg aufgenommen, wurde er leider nie offiziell veröffentlicht.

Ich komm mit wirren Worten wie Chinesen mit dem Koan
Unfassbare Ansagen, ja, die sag ich so an
Mit poetischer Flöte, wie der von Goethe Johann
Plündere Wortspielsphären wie Wotan, oh, hört sich gut an

Kann ein Hirn alles denken, was ein Mensch denken muss
Fließt das Leben ohne Schranken wie ein ewiger Fluss
Fährt der Busfahrer den Pfarrer, oder der Pfarrer den Bus
Braucht man den Kopf oder reicht auch Hand und Fuß
Plus, Worte die brennen wie ein tödlicher Kuss
Schwefel, Blitz und Feuer kommt herab auf allen Stuß
Ist man, wenn man denkt, oder ist man unbewusst
Ist es der Schluss vom Anfang oder der Anfang vom Schluss
Theorie ist nie Praxis, denn die Praxis sagt: Tu´s
Doch dann macht man und es ist immer noch Egoismus
Statt krampfhafter Party sing ich freudig den Blues

Ich nenn das Ding beim Namen, also ist es ein Vorurteil
Kann man Köpfe verbal spalten oder braucht man ein Beil
Will ich aus Schema F entfliehen weil ich an den Reimen feilt
Mit Ausdruck beeindrucken, weil ich Sachen beim Gucken peil
Biete Mucke feil, lass jucken Kai, tanz Boogie, mei
Sag Ja, sag Nein, sperr mich ein, werd mich befrein
Ich spucke frei, drucke klein, hab ein Zuckebein
Mach Wortblasen zu Sportphrasen, der Duden ist zu klein
Mein ich sind drei, das sagte ich bereits in nem Reim
Du und ich sind zwei, doch zusammen sind wir eins
Jeder braucht nen Gegenpart, misch nie Onkel Ben mit Heinz
Dieser Mann braucht die Frau

Man will wissen was ein schwarzes Loch im Universum tat
Obwohl fast jeder von uns so eins im Wohnzimmer hat
Aktiviert auf Knopfdruck wird Materie annulliert
Und der Geist in eine verkehrte Welt katapultiert

Er friert, wo es heiß ist. Wo es kalt ist, rinnt ihm der Schweiß
Im Käfig der Geschichten denkt er, er weiß
Es scheint, als hätte jedes Ding seinen Preis
Für bare Münze hält, wer´s erlangt hat mit Fleiß

Medienspektakel wird zum Debakel
Was ist das nun, Parabel oder Fabel
Jeder sieht beim andern den Makel
Jeder merkelt und werkelt gut übern Berg ohne Bargeld
Konvex konkav krümmt sich das Schaf
Im Schlaf